April 2018

Kinderoper Papageno

Unterstützt durch umfangreiches Vorbereitungsmaterial erarbeiten die Sänger der Kinderoper "Papageno" gemeinsam mit den Kindern Mozarts Prototyp der deutschen Oper auf spielerische Art. Im Wechselspiel aus Proben, Spielen und Singen kann sich die Kreativität mit den mitgebrachten Kostümen und Requisiten voll entfalten. Freude am eigenen Gestalten und Oper als Erlebnis ermöglicht dem jungen Publikum den Zugang zu klassischer Musik.





März 2018

Kinder aus Appenheim gestalten ihr eigenes kleines Dorf nach Vorbild von Hundertwasser

APPENHEIM - Wer kennt sie nicht, die bunten Häuser mit asymmetrischen Fenstern, grünen Fassaden und Zwiebeltürmen, die der Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet hat. Sogenannte „Hundertwasserhäuser“ stehen unter anderem in Wien, Bad Soden oder Darmstadt. Und auch in Appenheim kann man sich ein Bild von der ungewöhnlichen Architektur des österreichischen Künstlers machen. Sechs Hundertwasserhäuser im Kleinformat werden in den nächsten Tagen in der Grundschule aufgehängt. Konstruiert wurden sie von Mädchen und Jungen, die sich an dem Kooperationsprojekt „Phantasiereisen mit Hundertwasser“ beteiligt haben. Neben Erstklässlern der Appenheimer Grundschule „Welzbachtal“ waren auch „Rebenzwerge“ aus der angrenzenden Appenheimer Kindertagesstätte und Kita-Kinder aus der Ober-Hilbersheimer „Räuberhöhle“ mit dabei.
Kinder basteln drei Tage lang an ihrem Projekt
Drei Tage lang tüftelten, bastelten und bauten die Fünf- bis Siebenjährigen an ihrem Hundertwasserdorf. Angeleitet von Daniela Wittelsbach, Künstlerin mit eigenem Atelier in Gau-Algesheim. Orientieren konnten sich die rund 50 kleinen Baumeister an einem Hundertwasser-Musterhaus, die Details ihrer Gebäude haben sie dann nach eigenem Gusto gestaltet. Zum Einsatz kamen in der Bauphase ganz unterschiedliche Materialien und Techniken – darunter Acrylfarben, Mosaiksteine, Karton, selbst produzierte Spachtelmasse und Papier. Die aus den Ausgangsmaterialien hergestellten Bauteile wurden von den Kindern in Teamarbeit auf vorgefertigten Holzplatten fixiert. Auf diese Weise entstanden Schritt für Schritt ganz individuelle Bauwerke – mit schrägen Fenstern, bepflanzten Wänden, bunten Türen oder Mosaik-Balkonen.
Die Naturgruppe unter Leitung von Grundschullehrerin Christin Milloth kümmerte sich um die Begrünung der Häuser. Moos oder Blüten, Zapfen, kleine Stöckchen oder Nussschalen wurden in die Bauwerke integriert. „Das Projekt hat sehr viel Spaß gemacht“, stellte Heidi Stauer, Leiterin der Ober-Hilbersheimer Kita, bei der Abschlusspräsentation im Gymnastiksaal der Grundschule fest. Und auch die Projektleiterin war mit der Arbeit ihres Architektenteams überaus zufrieden. „Es sind superschöne bunte Häuser entstanden“, lobte Daniela Wittelsbach. „Ich glaube, Hundertwasser hätte das gut gefallen.“








Zottelige Monster zu Besuch in der Grundschule


Eine große rote Sonnenbrille hätten sich die Kinder der Grundschule Welzbachtal wohl auch gerne aufgesetzt. Denn nur mit dieser Spezialbrille kann man die kuscheligen blauen Monster sehen, von denen die Autorin Uli Leistenschneider in ihrer Lesung erzählt. Alle Schüler der ersten bis vierten Klasse haben sich in der Aula versammelt, um mehr aus dem Buch „Wilhelm & Wilma – Geheim geht anders“ zu erfahren. Dazu eingeladen hat die Grundschule gemeinsam mit der evangelischen Gemeindebücherei. Und die Schriftstellerin zieht alle schnell in ihren Bann. Gespannt lauschen die Grundschüler, wie der achtjährige Jaro zwei Monster in seiner neuen Wohnung entdeckt. Wer sie sind und woher sie kommen, wissen sie selbst nicht so genau.
Mit viel Charme liest die Autorin vor, wie Wilma und Wilhelm Jaros Leben auf den Kopf stellen. Und die Kinder staunen, kichern, lachen. „Das Schönste sind die Reaktionen des Publikums“ erzählt die 36jährige später. „Wenn die Zuhörer während der Lesung lachen, weiß ich, ich habe alles richtig gemacht.“
Die Schriftstellerin ist nicht alleine nach Appenheim gekommen. Mit dabei ist die Illustratorin Isabelle Göntgen, die während der Lesung die Charaktere auf einer Leinwand entstehen lässt. Erst skizziert sie nur die Umrisse, dann werden die Linien verstärkt und zum Schluss koloriert sie die frechen Figuren noch mit dem Pinsel. Gespannt beobachten die Kinder, wie das Bild Gestalt annimmt. „Da fehlt aber doch die Socke!“ bemerkt eine aufgeweckte Schülerin, die das Buch schon vorher gelesen hat und auch die liebevollen Illustrationen darin kennt. „Die ist gerade in der Bauch-Schublade des Monsters verschwunden“ schmunzelt Isabelle Göntgen.
Bei der anschließenden Fragestunde schnellen viele Finger in die Luft. Alles wollen die Appenheimer über das Bücher-Machen wissen. Und sie können kaum glauben, dass manchmal von der ersten Idee bis zum fertigen Buch einige Jahre vergehen. Die Frage, ob den ganzen Tag Zeichnen denn nicht anstrengend sei und sie sich nicht einmal eine Pause gönnen müsse, ruft ein Lächeln bei der Illustratorin hervor. „Manchmal mache ich mehr Pause, als dass ich arbeite“, gesteht sie. Aber am Allerliebsten zeichnet sie, während sie Hörbüchern lauscht. Um die 50 Bücher hat Isabelle Göntgen schon illustriert – bei dieser Menge geht ein großes Raunen durch die Klassen. Neben Kinderbüchern sind es auch Schul- und Wimmelbücher. „Um Illustratorin zu werden, muss man ein bisschen Talent haben, aber auch ganz viel Üben“, verrät sie den Kindern. Bevor die 41jährige „Geheim geht anders“ bebildert hat, hat sie das Buch komplett gelesen. Denn hier ging es um die passenden Bilder zur Geschichte und nicht nur ums Cover. 

Kleine Monster zieren dann auch beim Signieren die Bücher der Schlange stehenden Schüler. Und die studierte Designerin erzählt ihnen, dass das, was sie aufs Papier bringt, ziemlich genau den Vorstellungen der Autorin entsprach. Von Anfang an hätten sie sich gut verstanden. Der Beruf hat die beiden zusammengebracht, inzwischen sind sie befreundet. „Ulis Bücher sind zwar für Kinder geschrieben, aber auch für Erwachsene absolut lesenswert“ schwärmt sie.
Die Ideen für ihre Bücher kommen Uli Leistenschneider im ganz normalen Leben. Zum Beispiel inspirierte sie das beleuchtete Schild einer Anwaltskanzlei, an der sie täglich vorbeifuhr, zu einem verrückten Namen, der auch im Buch auftaucht. Die Zeit vergeht für die neugierigen Zuhörer viel zu schnell. Zum Schluss erfahren sie noch, was die Schriftstellerin schon alles veröffentlicht hat. Neben ihrer Nashorn-Trilogie arbeitet die gelernte Lektorin im Autorenteam der bekannten Sternenschweif-Reihe und beim Pumuckl mit, deren Geschichten sie im Sinne der ursprünglichen Autorinnen weiterschreibt.
Enttäuscht sind die Kinder nur, als die gebürtige Mainzerin Ihnen das Ende der Geschichte von Wilma und Wilhelm nicht verraten will. „Das müsst Ihr schon selber lesen“ ermuntert sie die Grundschüler. Manche von ihnen haben das schon getan und fragen nach einer Fortsetzung. Die hat im Kopf der Schriftstellerin schon Gestalt angenommen, jetzt muss nur noch der Verlag mitmachen.



 

 







  


Appenheim | 16.09.2017 – Großübung in der Welzbachtal Grundschule
22. September 201722. September 2017

Die Sirene in Appenheim beginnt gegen 10:15 Uhr zu heulen und die Freiwilligen Helfer der Feuerwehr lassen alles stehen und liegen um zum Gerätehaus zu eilen. Höchste Adrenalinausschüttung aufgrund der Meldung ist gewiss: in der Grundschule, in der am heutigen Samstag Schulbetrieb ist, wurde ein Feuer gemeldet.
Bereits beim Eintreffen der Einsatzkräfte am Gerätehaus, das direkt neben der Appenheimer Grundschule liegt, ist klar – es ist ernst, dicker Rauch quillt aus einem offenen Fenster.
Sofort rüsten sich die Retter aus und fahren die wenigen Meter bis zum Schuleingang. Doch dieser ist wie üblich während der Schulzeiten verschlossen und die Floriansjünger sehen durch die Scheibe den dichten Rauch dahinter. Ein Lehrer öffnet das Fenster und ruft um Hilfe. Seine Klasse sei in Sicherheit, nur wenig Rauch dringt durch die Türspalten, sonst geht es ihnen gut.
Nun ist Eile geboten, denn die Kinder müssen gerettet werden.
Sieben Klassen mit jeweils ca. 15 Schülerinnen und Schülern sowie die Lehrkräfte sind durch den dichten Rauch im Treppenraum eingeschlossen.
Sofort eilen die Einsatzkräfte auf die Rückseite des Gebäudes in den Schulhof, denn da ist laut den Aussagen des Lehrers die Eingangstür immer offen.
Es dauert eine Weile, bis über diesen Weg die Wasserversorgung aufgebaut ist und die ersten Kräfte unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vordringen können.
Der Brandherd ist im Keller, wohl eine Verpuffung in der Küche.
Zum Glück ist die Schulleiterin Frau Stephan im Hof anzutreffen und Sie kann dem Einsatzleiter Norbert Rzehak wertvolle Informationen über die Lage geben.
Die Trupps der Feuerwehr bahnen sich ihren Weg durch den dichten Rauch und stoßen schon am Treppenabgang auf die ersten schwer brandverletzten Personen. Diese müssen zuerst nach draußen geschafft werden, bevor die Brandbekämpfung angegangen werden kann. Eine schweißtreibende Arbeit mit dem an diesem Tag begrenzten Personal der Feuerwehreinheit Appenheim.
Aber Unterstützung naht, denn aufgrund des Einsatzstichwortes wurden die Einheiten aus Gau-Algesheim, Nieder-Hilbersheim und Ober-Hilbersheim sofort mit alarmiert. Ebenso der Rettungsdienst, der mit drei Rettungswagen anrückte.
Sofort rüsten sich auch die Trupps der Nachbarfeuerwehren mit Atemschutz aus und helfen die verletzen Personen zu retten und das Feuer im Keller zu löschen. Belüftungsmaßnahmen helfen die Sicht zu verbessern und so den Einsatz unter Kontrolle zu bringen.
Insgesamt wurden 24 Verletzte gerettet und von den drei eingesetzten Rettungswagen des Roten Kreuz und des Malteser Hilfsdienstes versorgt. Die Verletztensammelstelle wurde vor dem Feuerwehrgerätehaus eingerichtet. Beobachter in grünen Westen schreiben Notizen und beobachten die Versorgung der Verletzungsmuster sehr genau. – Es ist eine Übung, glücklicherweise, bei der die Mitarbeiter des Rettungsdienstes ebenso wie die Feuerwehr auf eine harte Probe gestellt werden. Eine schwierige Lage ist zu bewältigen, eine Menge an Verletzten zu retten und zu versorgen. Aber das wäre im Ernstfall nicht anders! Bei dieser groß angelegten Übung wussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht was sie erwartet und haben vorbildlich reagiert, so die Beobachter in der Nachbesprechung. Die Gruppe Realistische Unfalldarstellung (RUD) des Malteser Hilfsdienstes aus Gimbsheim war extra mit 8 Personen angereist und stellte die Verletzungsmuster wie Brandverletzungen und Knochenbrüche mit Schminke und Farbe sehr authentisch dar. Auch das Jugendrotkreuz (10) und die Jugendfeuerwehr (5) aus Gau-Algesheim stellten noch weitere Verletztenmimen. Als der Kreisfeuerwehrinspektor Bernhard Ketelaer auftauchte, waren die Organisatoren doch etwas verwundert, war er doch ebenso wie die Polizei in der Planung des Tage der deutschen Einheit eingebunden. „Die Meldung war so realistisch, da musste ich einfach hin“ antwortete er dazu.
Ein Beobachter der Polizei in Person des Bezirksbeamten der Polizeiinspektion Ingelheim für Gau-Algesheim, Appenheim und Ockenheim, Herrn Wolfgang Schmidt, konnte der Übung aber dankenswerterweise auch beiwohnen, ebenso wie der Verbandsgemeinde Bürgermeister Dieter Linck.
Im Anschluss an die Übung war für die eingesetzten Kräfte bei der Jubiläumsfeier des Schulfördervereins für das leibliche Wohl sehr gut gesorgt worden. Bei Würstchen und kühlen Getränken konnte so noch gemeinsam über die Übung gefachsimpelt werden.
Die Dokumentation der Übung übernahm mainz112, die gemeinsam mit Oliver Sinß an der Übungsplanung beteiligt waren.